Fröhlicher Kreis 2/2020

Editorial: Jeden Tag können wir jetzt mit animierten Grafiken beobachten, wie sich das Coronavirus ausbreitet.

Die größte Sorge gilt dabei nicht so den Erkrankten (es sterben eh nur ca. 3%), sondern der Wirtschaft. Wir sind es ja zwischenzeitig gewohnt, dass der »Erfolg« des Weihnachtsfestes ausschließlich an den Umsatzzahlen des Einzelhandels gemessen wird, mit denen wir in der Adventzeit nahezu täglich konfrontiert werden. Jetzt also: wieviel Prozentpunkte Wirtschaftswachstum wird uns diese Epipandemie kosten?
Natürlich tanzen wir nicht mehr um das goldene Kalb – dafür sind wir zu aufgeklärt. Aber doch um‘s goldene Wirtschaftswachstum. Nur, um nicht falsch »verdächtigt« zu werden: Ich bin selbständiger Wirtschaftstreibender – also nicht a priori Wirtschaftsfeind – aber die Welt nur durch die Brille von Umsatz- und Gewinnzahlen zu betrachten ist auch etwas armselig.
Trotz aller Besorgnis bis hin zur Panik und Nudelhamsterkäufen,
haben wir unsere Zukunft zu planen oder eigentlich das wenige Planbare unserer Zukunft zu bedenken und zu veranlassen. Dazu war bei der letzten Vorstandssitzung und Generalversammlung in Bad Aussee Gelegenheit. Es geschieht erfreulich viel auf dem Gebiet des traditionellen Tanzes. Auch der Kinder- und Jugendtanz ist wieder in ruhigerem Fahrwasser. Näheres dazu im Beitrag von Michaela Lehner.
Am 5. Februar ist Rudi Pietsch gestorben. Ich habe ihn sehr geschätzt – natürlich als Musiker und Musikant. Aber vor allem als Lehrer, »Motor« und Animator, der in ungewöhnlicher Weise Studierende für Musik begeistern konnte. Die letzten Jahre haben wir
gemeinsam mit Rudi Pietsch und Roland Neuwirth das für die Wienermusik wirklich wichtige Projekt »wean spüün« an der MdW mittragen dürfen. Er wird uns und der ganzen Volksmusikszene fehlen!

Herbert Zotti

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