Fröhlicher Kreis 3/2022

Editorial: Jetzt sind wir langsam alle „durch“ mit Corona.

Auch alle Dreimalgeimpften, Geboosterten und Getauften. Und wir lernen irgendwie mit diesem Virus zu leben. Wenngleich die Mutationsfreude etwas besorgniserregend ist. BA.5 hält sich offensichtlich nicht an unsere Vorstellungen, dass im Sommer eh‘ nix zu passieren hat. Andererseits ist der Mensch kaum in der Lage, seine Aufmerksamkeit lange Zeit einer Frage zu widmen. Vor allem dann nicht, wenn sie gefühltermaßen keine unmittelbare Bedrohung darstellt. In Wien hat sich die 7-Tage lnzidenz zwischen 9.6. und 2 1.6. verdoppelt und liegt jetzt bei 800, trotz strengerer Verordnungen als im übrigen Österreich! Möglicherweise auch die Kehrseite einer gewaltig gestiegenen Reiselust. Unser 3. Covid-Gesundheitsminister, der ja „endlich“ aus der Politik kommt und nicht so ein Gesundheitsfuzzi ist, weiß natürlich, was den Menschen und auch der eigenen Karriere zumutbar ist. Also in Bezug auf Covid nichts mehr. Das ist nicht ganz das, was gesund sein dürfte, aber jetzt mach‘ ma amal nichts, wie neulich zu lesen war.
Die derzeitige Entwicklung, die medial und überhaupt, weil wir auch noch andere Sorgen haben, wie etwa Energie, Ukraine, Inflation usw. wenig beachtet wird, wird uns natürlich dazu verleiten, auf Normalbetrieb zu gehen. Und wir werden geballte Menschenansammlungen wieder genießen, weil wir dann wieder „WIR“ sind. Dann wird’s halt wieder kritisch werden, der Gesundheitsminister gegen eine Person*in, die unbedingt aus dem Gesundheitsbereich kommen muss, ausgewechselt werden und dann beginnen wir das Spiel (es gibt intelligentere!) von Neuem. Der Tanz hat in diesem Kontext eine ganz eigene Bedeutung. In kaum einem anderen Lebensbereich (jetzt einmal abgesehen davon) gibt es diese Nähe, diese Berührung und alles Andere, was Viren und Bakterien für ihre Verbreitung besonders lieben. Selbst wenn man der Meinung ist, dass es kaum schönere Arten gibt, sich zu infizieren, bleibt die Frage ob das „Gegenüber“ das auch so möchte. Jedenfalls wird eine vernünftige Mischung aus Vorsicht und Nähe noch lange Zeit gefragt sein.
Wir wünschen einen schönen, möglichst unbeschwerten Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen bei der BAG-Woche in Gmunden, bei der Generalversammlung in Wien oder wo immer.

Herbert Zotti

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