Fröhlicher Kreis 2/2026

Editorial: Vor kurzem habe ich in einer Nachrichtensendung des ORF (ZIB 2) ein Interview von Armin Wolf

zu den aktuellen Krisen und Kriegen in der Welt mit der Präsidentin des Internat. Komitee vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger gehört. Geboren 1972 im damals zu Jugoslawien gehörenden Teilrepublik Kroatien ist sie in der Schweiz u.a. in Völkerrecht und in diplomatischen Angelegenheiten ausgebildet worden. In der Sendung hat sie erklärt, dass zur Grundhaltung des IKRK gehört, mit allen Konfliktparteien das Gespräch zu suchen. Auf die Frage des Moderators, wie es ihr dabei geht, wenn sie mit vermeintlichen Kriegsverbrechern ein Gespräch führt, kam von ihr die überzeugende Antwort, dass nur das Gespräch allein Lösungen ermöglicht, Konflikte zu deeskalieren und im günstigsten Fall auch zu beenden. Keiner der mit Waffengewalt beendeten Kriege hatte jemals einen lang anhaltenden Frieden zur Folge, wenn dem nicht umfassende und letztendlich auch vertrauensvolle Gespräche gefolgt sind.

Von der für uns sicherlich zu großen Weltbühne lässt sich diese Grundhaltung aber auch auf nationale und regionale Ebenen herunterbrechen. Auch in unseren Parlamenten und Gremien gewinnt man oft den Eindruck, dass da wohl etwas mehr an Gesprächen mit politisch oder ideologisch anders Denkenden dem Wohle aller gut täte. Und letztendlich dreht sich in der Geschichte der Volkstanzbewegung, wie sie von der Gründergeneration der BAG an uns übermittelt wurde sehr vieles darum, dass wir Bewahrung, aber auch Weiterentwicklung von Traditionen anders sehen, als beispielsweise Menschen und Funktionäre kultureller Organisationen, deren Auftrag zu Erhaltung von Tanz und Tracht vornehmlich im Auftritt vor Publikum umgesetzt wird.

Am diesjährigen Jubiläumstanzfest im Casino Baden ist eine niederösterreichische Volkstanzgruppe mit beachtenswert choreografierten Tänzen aufgetreten und hat von den Ballbesuchern einen überschwänglichen Applaus erhalten, und, wie ich meine, auch zu Recht. Die Art und Weise, wie im Tanzforum Niederösterreich neue Auftritte aus dem großen Fundus an österreichischen Tänzen erarbeitet werden, ringt großen Respekt ab.

Wenn es uns nun noch gelingt, aus der, wünschenswert vermehrt offenen, Haltung anderen Kulturen und Aufführungsformen gegenüber das Gemeinsame für die kulturell engagierten Organisationen in den Vordergrund zu stellen, so sehe ich dem friedvollen Miteinander und einer damit prosperierenden Kultur noch positiver entgegen.

Einen interessanten und an Tänzen und Begegnungen reichen Sommer wünscht Wolfram Weber.

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