Fröhlicher Kreis 2/2024

Hella Wald zum Geburtstag

Editorial: Ich darf mich mit dieser Ausgabe unserer Zeitung verabschieden.

Vorwiegend aus Altersgründen und aus der Überzeugung, dass jüngere Kräfte neue Ideen einbringen sollen, habe ich bei der heurigen Wahl nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiert.
Das ist aber auch die kleinste Änderung in einer wirren Zeit. Gestern war EU-Wahl, die schon gezeigt hat, wie viele Blauäugige, also auch Enttäuschte und Unzufriedene es in unserem Land (und nicht nur da) gibt. Dass alle Regierenden „abgestraft“ werden, ist ebenso ungerecht wie erstaunlich. Die Hauptursachen, nämlich der starke Migrationsdruck, die Pandemie, der Ukrainekrieg, die damit ursächlich verbundene Inflation und andere Grauslichkeiten der Welt, sind nicht durch unsere Regierenden verursacht worden. Über den Umgang mit diesen Krisen lässt’s sich trefflich streiten. Aber nur die Ahnungslosen und die Stammtischbesucher haben Patentrezepte.
Etwa Migration: Wir wissen, dass unsere Bevölkerung ohne Zuwanderung schrumpfen würde. Die „Lendenlahmheit“ der Österreicher hat schon Bundeskanzler Klima beklagt. Also, ganz einfach wird postuliert: Zuzug ja, aber nur von qualifizierten Personen. Wenn man die nicht besonders große Dichte an qualifizierten Personen in ärmeren Ländern betrachtet, und dann auch die noch „abzieht“ – was bleibt dann noch dort zurück? Damit wird die Migrationssehnsucht noch erheblich verstärkt. Und es wird immer ein Eiertanz zwischen Menschlichkeit und Xenophobie bleiben.
Xenophobie und Nationalismus sind leider unzertrennliche Geschwister. Wenn jeder sein Land „zuerst“ sehen möchte, bleibt für Gemeinsamkeit kein Platz. Deswegen ist „Österreich zuerst“, genau wie „America first“ ein ebenso dämlicher wie gefährlicher Slogan. Und dass „unsere Österreicher“ a priori die besseren Menschen sind, glauben nur Leute, die nie hier gelebt haben. Ich denke, dass die oft geäußerte „Unzufriedenheit“ auch persönliche Frustrationen und Ziellosigkeiten des eigenen Lebens spiegelt und „auf die da oben“ projiziert.
Womit ich meine letzte Themenabschweifung mit dem erfreulichen Umstand beenden möchte, dass etwa 3/4 unserer Wähler gezeigt haben, dass sie nicht im nationalen und xenophoben Sumpf waten.
Tänzerisch werden wir in diesem Jahr Europa weiter erkunden.
Griechenland und Norwegen sind ausgewählt und wir dürfen gespannt sein. Selbstverständlich sind auch österreichische
Tänze dabei, um Ähnlichkeiten wie auch Verschiedenartigkeit zu zeigen, welche ja gerade den Reiz dieses Europas ausmachen.
Einen schönen, erholsamen, erfüllten Sommer und vielen Dank für das bisherige Vertrauen und die entgegengebrachte Zuneigung.

Herbert Zotti

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