Fröhlicher Kreis 2/2025

Editorial: Es ist gar nicht leicht, auf die aktuellen Ereignisse in Österreich und der ganzen Welt nicht zu reagieren.

Wahnhafte Staatsführer wollen wieder ganze Staaten samt ihrer kulturellen Identität auslöschen. Von der Gesellschaft vergessene, psychisch kranke Menschen töten wahllos Unschuldige, zuletzt auch bei uns im so friedlich scheinenden Österreich. Dass wir endlich eine neue Regierung haben, bei der ob der finanziellen Nöte das Kulturbudget noch nicht unter die Räder geraten ist, grenzt schon fast an ein Wunder.

Dennoch möchte ich nicht in den Chor der Weltuntergangsverschwörer einstimmen. Dass wir eine weiterhin
lebendige Tanzszene in den Bundesländern wie auch in den angrenzenden Regionen des Alpen- und Karpatenraums haben, zeigen nicht zuletzt die Rückmeldungen auf der Generalversammlung der BAG. Die Einbeziehung eines breiten Spektrums der Bevölkerung ist Teil unseres Erfolgskonzepts. Unterschiedliche Altersgruppen und Bildungsschichten sind dabei genauso gemeint, wie unterschiedliche kulturelle Herkünfte. Das seit vielen Jahren von der Wiener Arbeitsgemeinschaft verfolgte Konzept beim „Grenzenlos Tanzen“ vor dem Schloss Belvedere mit jährlich wechselnden kulturellen Gemeinschaften ist uns hier ein gelungenes Vorbild. Und auch in Salzburg durfte ich dieses Jahr wieder ein Tanzfest mit Musiker:innen des Mozarteums gemeinsam mit Tänzer:innen und Tänzen philippinischer, serbischer, ukrainischer und natürlich österreichischer Herkunft gestalten.
Die unsichere Situation betreffend die finanziellen Grundlagen hat wohl zu vorsichtigem Agieren in den kulturellen Institutionen geführt. Nach nun doch mehr Klarheit in Sachen Budgetierung kann ein umsichtiges Planen wieder erfolgen. Vom Tanzen, dem Erforschen und dem Ausbilden desselben soll es uns weiterhin nicht abhalten. Das kontinuierliche Bemühen, die Kulturen des Tanzes in ihrer Vielfalt zu verstehen, bleibt somit eines unserer zentralen Anliegen.
Insgesamt kommt das dem sozialen Zusammenhalt in unserer von mehreren Seiten bedrohten Gesellschaft auch zugute.
Fasst also Mut! Gehen wir die Herausforderungen an, zum eigenen Wohl und noch viel mehr zum Wohle der damit inspirierten Menschen.

Einen möglichst angenehmen Sommer wünscht
Wolfram Weber

Inhalt

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