Editorial: Ein politisch, sagen wir einmal »interessanter« Herbst liegt hinter uns.
Vielleicht hilft uns die Advent- und Weihnachtszeit zu etwas Ruhe und Abkühlung des angestrengten Nervenapparates. Aber da sorgen üblicherweise Familie und Verwandtschaft dafür, dass der Blutdruck nicht so rasch absinkt und das Wohlbefinden nicht überhandnimmt. Zum Ausgleich wird man mit Vanillekipferln und gebackenem Zeug in unzähligen Varianten vollgestopft. O Jubel …
Und dann ist wieder ein Jahr um. Zeit ein wenig zu überlegen, wozu wir unser Treiben überhaupt treiben. Ich spreche jetzt nur vom Tanzen. Das Übrige geht mich ja auch nichts an. Also: warum tanzen wir eigentlich Volks? Aus Freude am Tanz, Gewohnheit, Freundschaftspflege und Geselligkeit, aus gesundheitlichen Aspekten, aus volkskultureller Verantwortung? Jeder einzelne Grund ist legitim und die Motivationen spielen sich auch nicht im entweder-oder ab, bestimmen aber unsere Sichtweise auf das tänzerische Tun
und unsere Vorstellungen, wie’s denn zu sein hat.
Die mannigfaltigen Gründe erklären aber auch, warum man nie ein Tanzangebot finden wird, das die eigenen Vorstellungen völlig erfüllt. Das ist übrigens kein Spezifikum des Tanzes oder Volkstanzes. Und es erfordert die Einsicht mit diesem oder jenem Kompromiss leben zu müssen – oder allein von der Perfektion des Daseins zu träumen.
Bei der Vorstandssitzung im November in Ischl haben wir ebenfalls ein wenig Bilanz gezogen und die Projekte für das kommende Jahr diskutiert. Auch die Zusammenarbeit der Landesarges mit der BAG war Thema. Hier ist noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Aber viele Mitarbeiter sind an ihrer Leistungsgrenze. Vergessen wir nicht, dass hier nahezu alles »nebenberuflich« geschieht – in der sogenannten »Freizeit«.
Wir werden weitere Arbeitshilfen schaffen (CD zu den neuen »Alten Tänzen …«, Österreichische Grundtänze usw). Die neue Website sollte schon im Netz sein – ist aber erst im Kopf. Weiters werden wir versuchen, die Tanzleiterausbildung in Österreich zu akkordieren. Der Kinder- und Jugendtanz war und ist wesentliches Thema. Bei dieser Gelegenheit (mach ich eh‘ viel zu selten): Ein großes und aufrichtiges »Danke schön« an alle Mitarbeiter, Mitdenker und Mittäter,
an den Vorstand und all jene, die den Volkstanz als Ausdruck unseres Kulturverständnisses und vor allem auch der Lebensfreude weitertragen helfen.
Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2017!
Inhalt
- Helmut Jeglitsch: Geburtstagsfest für Alfred Gruber
- Herbert Zotti: Zum Ischler Schwerttanz
- Michaela Lehner: Wiener Kathreintanz 2016
- Wolfram Weber: Geübt und gelernt bis zur letzten Minute
Wie sich der Spirit des Volkstanzleistungsabzeichens im 20. Jahr auf Kandidatinnen und Kandidaten überträgt
Zu den Ausgaben der Zeitschrift „Fröhlicher Kreis“

