Fröhlicher Kreis 4/2022

Editorial: Ein langer. heißer und trockener Sommer liegt hinter, ein ungewisser Herbst vor uns.

Irgendwie haben wir gelernt, Covid zu ignorieren, oder „offizieller“: mit dem Virus „leben gelernt“. Letzteres ist eher ein Quatsch. Dafür haben zu viele mit dem Virus sterben gelernt. Auch wenn’s mit der jetzigen Variante weniger sind, sind’s noch immer zu viele. Und: Wir haben wieder gesehen, dass der Tod generell ziemlich respektios ist und nicht einmal vor einer 96-jährigen Queen Halt macht.
Sehr erfreulich (und das ist in unserer Zeit zwischen allerhand Grauslichkeiten wie Krieg, lnflation, Energiedingsbums usw. schon viel) war die BAG-Woche in Gmunden, auch weil wir, zumindest für uns, neue Elemente einbauen konnten. Das Konzept von Else Schmidt, des „Volkstanzes im Spiegel der Europäischen Tanzgeschichte“ hat sich bewährt: In diesem Jahr mit der iiebenswürdigen und kompetenten Katarina Cernickova aus Tschechien. Günter Stieger samt seiner Familie hat versucht, uns Teile des Lambacher Lancllers zu vermitteln. Jüngeren, weiblichen
Teilnehmerinnen sind derartige Tänze, bei denen Frauen vorwiegend als Verzierung ‚Venvendung finden, ziemlich suspekt. Spaß gemacht hat’s trotzdem. Außerdem kann’s ja auch nicht mehr so lange dauern, bis Frauen den Landler tanzen und die Männer nett dreinschauen müssen.
Ein besonders Gustostückerl war die Begegnung mit der jungen Tänzerin und Choreografin Hannah Maria Wimmer, die gerade in London ihr Studium beendet. Ihre spielerisch beherrschte Körperlichkeit des Modern Dance ist für uns Noriker doch nicht so leicht nachvollziehbar. Als vierten Referenten hatten wir Simon Wascher gebeten, frisch von einer einjährigen Tanzschulung in Schweden zurückgekehrt, über die er auch einen interessanten Vortrag ablieferte.
Kathi Pecher-Havers, seit einem Jahr Karenzvertretung für Michaela Lehner, ist wieder in den Lehrbetrieb zurückgekehrt. Sie hat in diesem Jahr wirklich viele Dinge angestoßen und bewegt, die weit über ihren Dienstvertrag hinausgegangen sind. Sie wird der BAG erfreulicherweise verbunden und erhalten bleiben und ihre Expertise, wie auch ihr Netzwerk im Kinder- und Jugendtanz einbringen.
Zudem wird sie weiterhin den „Fröhlichen Kreis“ betreuen. Es war jedenfalls sehr angenehm, wie auch vergnüglich und bereichernd mit ihr zu arbeiten. Herzlichen Dank dafür!
Bei der kommenden Generalversammlung, die am 22.10. im Bockkeller in Wien stattfindet, wird es wieder Neuwahlen geben. Die jüngeren Leute halten sich noch etwas bedeckt und reißen sich nicht gerade um ehrenamtliche Mitarbeit. Die älteren auch nicht. Wir werden sehen. Bis dahin einen schönen und erfüllenden (Tanz-)Herbst!

Herbert Zotti

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